Ergebnis:

  • Die ursprünglich genannten Baukosten wurden massiv überschritten
  • Die Gesamtanlage war besonders in Sachen Wasserqualität völlig ungeeignet und musste mehrfach vorübergehend geschlossen werden
  • Die zahllosen Probleme führten zur Stilllegung des "Naturbades" schon im 3. Betriebsjahr
  • Mit nochmals viel Geld wird versucht, das Naturbad wieder in Betrieb nehmen zu können
  • Naturbad Staden wurde wieder in Betrieb genommen- Begrenzung auf maximal 750 Besucher am Tag
  • Naturbad Staden ist außer Betrieb

 

Ablauf von Planungen, Bau und Betrieb

Baukosten

vor 2004 erste Planungen für eine konventionelle Sanierung des bestehenden Freibades 2.000.000 €

05/2004

Eigene Planung mit 425 m² Gesamtwasserfläche für ca. 30.000 Jahresbesucher

Neubau der Becken in Edelstahl, neue Filtertechnik und Sanierung/Erweiterung des Technikgebäudes mit Aufsicht, komplette Erneuerung der Beckenumgänge incl. Duschmöglichkeiten

(in Zusammenarbeit mit Firmen lag ein Festpreisangebot vor!)

998.000 €
2004/2005
Planung "Naturbad"
450.000 €
  Auf einem nur 8.500 m² großem Grundstück wurden 1.800 m² Wasserfläche für Badegätse, 800 m² Filterfläche und 1.000 m² Sandstrand hergestellt. Die Liegewiese wurde dadurch viel zu klein. Mit großem Zusatzaufwand wurden Bäume abgeholzt und der Versuch unternommen, zusätzliche Liegeflächen zu ermöglichen.  
2005/2006 offizielle Baukosten 650.000 €
  inoffizielle Baukosten (z. B. für Grundstückserweiterung und sehr umfangreiche Eigenleistungen des Bauhofs) nicht veröffentlicht
08.06.2005 offizieller Baubeginn = Spatenstich  
09/2005 teilweise "Anschwimmen" im "Naturbad" - Schwimmer müssen noch warten  
05/2006 Eröffnung des "Naturbades"  
25.07.2006 Idar-Oberstein: Naturbad geschlossen
Die Stadtwerke Idar-Oberstein haben das Naturbad in Tiefenstein am Montag geschlossen. Damit reagierte die Behörde auf eine Empfehlung des Gesundheitsamtes. Untersuchungsergebnisse hatten ergeben, dass die zulässigen mikrobiologischen Werte deutlichüberschritten wurden und die Wasserqualität Baden nicht mehr zulasse. Bis Redaktionsschluss stand gestern nicht fest, ob das Bad heute wieder geöffnet wird.
 
 
Da im „Naturbad“ aggresive Bakterien  vorhanden waren, war das Bad geschlossen und mit Hilfe der Feuerwehr wurde das gesamte Wasser abgepumpt und ausgetauscht.
 
2006 + 2007 immer wieder zeitweise Schließung des "Naturbades" wegen zu schlechter Wasserqualität  
07/2008 "Das Naturbad ist seit 28.07.2008 geschlossen" - noch aktuell heute so auf der Homepage der Stadt  
20.05.2011

Idar-Obersteiner Naturbad bleibt auch in diesem Jahr geschlossen

 
 

http://www.rhein-zeitung.de/region/nahe_artikel,-Idar-Obersteiner-Naturbad-bleibt-auch-in-diesem-Jahr-geschlossen-_arid,251263.html

 

Idar-Oberstein - Die Sanierung des Naturbades im Tiefensteiner Staden verzögert sich. Folge: Es kann anders als geplant nicht mehr in diesem Sommer, sondern erst zur Saison 2012 wiedereröffnet werden.

Der Grund dafür ist banal: Bei der Ausschreibung für die Tiefbauarbeiten und die Rohrverlegung, dem rund 150.000 Euro teuren Kernstück der Nachbesserungen, „hat keine einzige Firma ein Angebot abgegeben“, berichtet der Beigeordnete Friedrich Marx. Er führt das aufgrund von entsprechenden Signalen von Betrieben, die für diesen Auftrag in Frage gekommen wären, auf den extrem engen Bauzeitplan zurück. Hinzu komme, dass der Urlaub vor der Tür steht und die Auftragslage offenbar generell zufriedenstellend ist.

Von Anfang an sei klar gewesen, dass alles hätte passen müssen, um das Bad wie vorgesehen Anfang August wieder in Betrieb zu nehmen, unterstreicht der Beigeordnete als für die Bäder zuständiger Dezernent. „Wir haben es wegen des starken öffentlichen Interesses probiert, aber der Zeitplan ist jetzt definitiv nicht mehr einzuhalten“, bedauert er. „Das wäre ein kleines Wunder“, meint er hinsichtlich der Chancen, dass noch in diesem Sommer alles fertig wird. Denn der zentrale Posten – alle anderen Arbeiten bauen darauf auf – muss jetzt neu ausgeschrieben werden; und zwar ohne den im ersten Anlauf auferlegten großen zeitlichen Druck, wie Marx betont.

Er ist zuversichtlich, dass unter diesen veränderten Rahmenbedingungen dann auch Angebote eingehen. Um die bei der Sanierung ebenfalls notwendigen Folienarbeiten in einer finanziellen Größenordnung von rund 180.000 Euro und die Nachbesserungen in der Anlagen- und Elektrotechnik (circa 450.000 Euro) hatten sich schon jetzt Betriebe beworben. Für diese Aufträge wird jetzt die Zuschlagsfrist verlängert, erläutert der Stadtwerke-Dezernent.

Nach nicht endenwollenden Verhandlungen mit der Versicherung des Architekten, der das Bad seinerzeit konzipiert hat, hatte die Stadt Anfang April die Planung für das ebenfalls erst nach langem Hin und Her vereinbarte Sanierungspaket anders als zunächst vereinbart schließlich selbst bei einer Fachfirma aus Hannover in Auftrag gegeben. Dieser ist es bereits gelungen, das ebenfalls lange kränkelnde Naturbad in Bingen zu kurieren. Aufgrund der von ihr vorgelegten Konzeption waren die Maßnahmen für das Stadenbad ausgeschrieben worden.

 
09.09.2011 komplette Sanierung geplant - mit weiteren erheblichen Kosten 265.000 €
 

http://www.mainzer-rhein-zeitung.de/mainz_artikel,-Idar-Obersteiner-Naturbad-ist-zurzeit-eine-grosse-Baustelle-_arid,303278.html

Idar-Obersteiner Naturbad ist zurzeit eine große Baustelle

Idar-Oberstein - Eine einzige Baustelle ist zurzeit das Naturbad im Tiefensteiner Staden. An den sensiblen Stellen muss dabei alles in Handarbeit erledigt werden, um Schäden zu vermeiden. Beigeordneter Friedrich Marx geht fest davon aus, dass die Anlage zur Badesaison 2012 wiedereröffnet werden kann, wie er im Gespräch mit der Nahe-Zeitung vor Ort betonte.

Dabei liegt es nicht in seiner Hand, dass alles termingemäß fertig wird: Im Aufbau können noch unliebsame Überraschungen stecken. So mussten bereits einige angeschimmelte und angefaulte Bretter aussortiert werden. Bei der mit rund 265 000 Euro veranschlagten Sanierung „wird das Bad auf den Kopf gestellt“, erläutert der Stadtwerke-Dezernent. Zukünftig wird frisches Wasser von unten zugeführt und das verbrauchte oben abgesaugt – genau umgekehrt wie bisher. „Dafür muss alles aufgebuddelt werden“, meint Marx mit Blick auf die beiden Arbeiter, die im großen Becken Kieselsteine schaufeln. Zudem wird unter anderem eine zweite Fläche für einen Bio-Filter angelegt.

Nach nicht enden wollenden Verhandlungen mit der Versicherung des Architekten, der das Bad seinerzeit konzipiert hat, hatte die Stadt Anfang April die Planung für das ebenfalls erst nach langem Hin und Her vereinbarte Sanierungspaket anders als zunächst vereinbart schließlich selbst bei der Fachfirma Polyplan aus Hannover in Auftrag gegeben. Dieser ist es bereits gelungen, das ebenfalls lange kränkelnde Naturbad in Bingen zu kurieren. Aufgrund der von ihr vorgelegten Konzeption waren die Maßnahmen für das Stadenbad ausgeschrieben worden.

Die umfassende Nachbesserung haben insgesamt vier Gutachter auf Seiten der Stadt und der Versicherung ausgeklügelt – hinsichtlich des Sachverstandes für Naturbäder die Crème de la Crème in Deutschland. „Alle, die auch die Vorschriften für solche Anlagen machen, waren beteiligt. Wenn es jetzt nicht klappt, sind wir mit unserem Latein am Ende“, verdeutlicht der Beigeordnete. Der Stadtwerkeausschuss wird sich in seiner nächsten Sitzung mit der Baumaßnahme beschäftigen. Dabei ist auch eine Ortsbesichtigung vorgesehen.

Wenn alles nach Plan läuft und die Sanierung im Frühjahr 2012 beendet ist, wird das Wasser eingelassen. Dann dauert es noch etwa weitere sechs Wochen, bis sich die Biologie das Bades aufgebaut hat. Beliebig viele Besucher dürfen auch nach der Sanierung nicht ins Bad. Wo die Grenze gezogen werden soll, steht aber noch nicht fest.

Bei der 2006 eröffneten Anlage war der Besucherandrang zunächst riesig gewesen, ehe es schon bald Probleme mit überhöhten Werten des Pseudomonas-Keims gab. Im August 2006 musste es erstmals und danach wiederholt geschlossen werden. Seit 2009 ist es durchgehend zu. Als der Stadtrat den Bau genehmigt hatte, gingen alle davon aus, dass der Unterhaltungs-aufwand gering ist – ein folgenschwerer Irrtum. „Die Anlage ist wunderschön, aber sie muss auch funktionieren“, bringt Marx in der Baustelle das Dilemma des Naturbades auf den Punkt

 

 

 

 

 

 

 

06.08.2014 Naturbad im Tiefensteiner Staden: Besucherströme bleiben aus  
 

http://www.rhein-zeitung.de/region/lokales/nahe_artikel,-Naturbad-im-Tiefensteiner-Staden-Besucherstroeme-bleiben-aus-_arid,1189040.html

Idar­Oberstein. Eine gute und eine weniger gute Nachricht gibt es im Naturbad im Tiefensteiner Staden: Der Keim Pseudomonas aeruginosa, der über die Jahre immer mal wieder für kurzzeitige Schließungen des Bades gesorgt hatte, scheint verbannt. Die regelmäßigen Proben – zweimal pro Woche wird kontrolliert – ergaben keine Grenzüberschreitungen und somit auch keinen Handlungsbedarf. Weniger erfreulich sind sinkende Besucherzahlen.

Von unserer Redakteurin Vera Müller

Auch jetzt in den Ferien und bei sommerlich warmem Wetter kann man nicht gerade von Besucherströmen reden. An den Eintrittspreisen kann es nicht liegen, die wurden im Vergleich zum Vorjahr nicht verändert. Hier greift offenbar ein Phänomen, über das viele Badbetreiber aktuell klagen: Ins Bad geht es nur bei Sonne satt, da spielen die Temperaturen eine untergeordnete Rolle. Auch die Veranstaltungsdichte an den Wochenenden trägt wohl zurzeit dazu bei, dass samstags und sonntags viel Platz im Naturbad ist. Andere mutmaßen: Es dauert wohl noch ein paar Jahre, bis die Idar­Obersteiner wirklich davon überzeugt sind, dass das Baden dort unbedenklich ist und das sensible ökologische System keine Gefahren birgt.

An manchen warmen Tagen kamen nur 80 bis 90 Gäste. Die Spitzenwerte liegen bei 250 bis 300. Die offizielle Begrenzung auf 750 Gäste pro Tag wurde noch nicht ansatzweise erreicht. Pünktlich zum Start des Sommers war die Saison im Naturbad am 7. Juni eröffnet worden. Es ist täglich von 10.30 bis 19 Uhr geöffnet. Die Wasseraufbereitung erfolgt im Naturbad, anders als bei herkömmlichen Freibädern, völlig ohne Chemikalien. Daher müssen Badegäste schon aus eigenem Interesse auf erhöhte Sauberkeit und Körperhygiene achten. Dazu gehören: vor dem Schwimmen duschen, Beckenumlauf und Stege nur barfuß betreten, anhaftende Erde oder Gras vorher abduschen, möglichst wasserfeste Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor verwenden.

Das schreckt möglicherweise Eltern ab: Kleinkinder dürfen nur mit wasserdichten Windeln ins Wasser. 2013 war das seit 2006 bestehende Bad nach einer umfassenden Sanierung wiedereröffnet worden. Es musste aber dennoch für einige Tage schließen, weil der Keim wieder aufgetaucht war.

Seine Jahreshauptversammlung hatte jüngst der Förderverein Stadenbad. Das Interesse war gering, nur wenige Mitglieder kamen. Der Vorsitzende Reiner Schuch gab einen kurzen Bericht über die Aktivitäten des Vereins. Die Neuwahl des Vorstandes ergab keine Veränderungen. Schuch berichtete, dass kein Bad in der näheren und weiteren Umgebung so gut ausgestattet und gestaltet sei wie das Naturbad. Kostenlose Liegen, Sonnenschirme und Spielgeräte: Der Verein, der seit 15 Jahren besteht, hat mittlerweile insgesamt mehr als 180 000 Euro in das Naturbad investiert. Fünf Sinnesbänke habe man anschaffen wollen, berichtet Schuch. Darüber sei auch die Stadtverwaltung informiert gewesen, habe aber nicht reagiert. Das nehmen Schuch und seine Mitstreiter mit Unverständnis zur Kenntnis. So nimmt man von dem Kauf Abstand. Bürgermeister Frank Frühauf, der im Moment den zuständigen Beigeordneten Friedrich Marx vertritt, betont auf Nachfrage der NZ: "Wir schätzen das Engagement des Fördervereins sehr. Ich werde mich umgehend um das Thema kümmern und der Sache nachgehen."

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

"Naturbad" am Beispiel Freibad Staden in Idar-Oberstein

Umbau eines Freibades zum "Naturbad" ... und die Folgen

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